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Reisestrecke rund um Reykjanes

 

Nach einer kurzen Pause der Islandbilder geht es nun weiter.

Der letzte Blogbeitrag von Island war mit Bildern von Hraunfossar, einer Anordnung kleiner Wasserfälle im Westen Islands. Wir fuhren an diesem Tag von den Westfjorden bis nach Reykjanes. Dort nächtigten wir und am nächsten Tag fuhr ich meinen Freund früh am Morgen zum Flughafen. Für ihn war die Reise damit zu Ende – bei mir war aber erst Halbzeit. Nach 3 Tagen „Pause“ fing der Workshop mit Sandra Fencl bei Eldhestar an, der eine Woche lang ging. (Übrigens: im September 2018 gibt’s wieder einen Workshop – wer Interesse daran hat darf sich sehr gerne bei mir melden.)

Als ich zum Flughafen fuhr war es richtig ekelhaftes Wetter: es nieselte, der Wind war relativ stark und das Wetter lud niemanden ein, nach draussen zu gehen. Ich fuhr ins Gästehaus zurück und genoss dort die kurze Auszeit, in Hoffnung auf besseres Wetter. Nach einem Gespräch mit einem weiteren Gast und dem Inhaber des Gästehauses, die beide behaupteten, dass es nicht mehr viel besser wird, eher sogar schlechter, packte ich dann am späten Vormittag meine Sachen zusammen und fuhr los. Ich hatte für den Tag nichts spezielles geplant, wollte die Zeit aber doch sinnvoll nutzen. Ich machte eine Reykjanes-Tour, denn bisher hatte ich so gut wie gar nichts von der Halbinsel gesehen, ausser viel Felsen und Steine von dem Weg vom Flughafen nach Reykjavík und die Blaue Lagune.

Nach kurzer Planung beschloss ich zuerst in den nördlichen Spitz nach Garður zu fahren, dann über Sandgerði in den südlicheren Teil, kurz hoch zur Blauen Lagune (eigentlich wollte ich dort ein paar Fotos machen für meinen Bildband) und dann über den See Kleifarvatn zurück nach Reykjavík.

Ich fuhr bei schlechtem Wetter los und wollte dann vor meinem ersten Punkt, der Kirche in Garður, so gar nicht aussteigen. Wind und starker Regen machten alles Draussen nur ungemütlich.

Ich überredete mich selbst und so wurde ich zwar fast weg geblasen, konnte mir die Kirche dann in äußerster Kürze ansehen:

Weiter ging es zum Leuchtturm in Garður, genannt Garðskagi. Hier war das Wetter schon etwas besser. Es regnete nicht mehr und der Wind war erträglicher. Ich ging ein kleines Stück spazieren und bewunderte das moosbewachsene Ufer:

Mein nächster Halt war der Hafen in Sandgerði:

Einmal hielt ich spontan bei einem uralten Pferch an (ein Pferch ist ein kleines abgegrenztes Stück, in dem man Pferde und Schafe zusammentreiben kann):

Die Kirche Kirkjuvogskirkja war ein Fixpunkt. Die schien auf allen Reiseführern von Reykjanes auf. Und ich hatte richtiges Glück. Das Gras rund um die Kirche war von dem Regen gesättigt und erschien in extremen Grün. Die Kirche ist wunderschön und einen Besuch wert. Total schön finde ich auf der grauen Steinkirche den bunten Turm.

Weiter ging es nach Stafnes. Ich fuhr dort einfach mal hin, da ich aus weiter Ferne einen Leuchtturm sah. Irgendwo in der Nähe sah ich dann ein „gestrandetes“ Boot mitten in der Wiese. Typisch Island.

Weiter ging es Richtung Süden. Hier kam ich bei vielen wunderschönen Steinwüsten vorbei. Im Normalfall würde man sich denken: Steinwüste = langweilig, aber das stimmt nicht. Denn Moos und einige wenige andere Gewächse haben sich auf dem Stein angesiedelt und so strahlt die karge Wüste in wunderschönen Farben.
Was mir total gut in Reykjanes gefallen hat, war, dass entlang der Hautpstraße alle möglichen Sehenswürdigkeiten angeschrieben waren. Das hat vor allem den Grund, dass ein Großteil der Halbinsel zum Unesco Geopark gehört. Man kann vermutlich eine Woche damit verbringen, sich alle Einzelheiten des Geoparks genau anzusehen.

Der nächste, überaus bekannte Sightseeing Punkt war eine Brücke, die zwischen den zwei Kontinentalplatten führt. Island befindet sich ja auf der Nordamerikanischen und auf der Eurasischen Kontinentalplatte. Durch den Auseinanderdrift der Platten befinden sich viele Geothermale Punkte unter der Erde und es gibt auch viele weitere interessante Dinge diesbezüglich.
In Reykjanes sieht man den Spalt zwischen den Platten sehr gut. Um diese Gegebenheit mehr hervorzuheben, haben die Isländer eine Brücke zwischen diesen beiden Kontinentalplatten gebaut, die Miðlína Brücke.

Bei immer noch sehr kräftigem Wind ging es weiter an den südwestlichsten Spitz Islands. Hier befindet sich einiges Sehenswertes. Zum einen ist hier ein riesiges Hochtemperaturgebiet, das dem Namen des Vulkans Gunnuhver verdankt. Hier befinden sich unzählige Stellen, an denen heißer Wasserdampf die Erde verlässt. Dank des Windes hatte ich spektakuläre Rauchsäulen vor mir, die nicht in die Höhe gingen, sondern verbliesen vom Wind in die Seite:

Wenige hundert Meter weiter gibt es einen Wanderweg zum Valahnúkamöl, das ist ein etwa 420 m langer, 80 m breiter und 10 m hoher Felskamm. Von dort aus sieht man die Insel Eldey, die für eine sehr große Basstölpel Kolonie bekannt ist. Darauf weisen auch einige Infotafeln und eine Figur eines Basstölpels hin.

Kurz vor  Grindavík hielt ich an, da mir der Aussichtspunkt unglaublich gut gefiel. Das Bergpanorama ist dort absolut schön, und eine kleine Vorbereitung auf die folgenden Kilometer:

Von Grindavík aus fuhr ich in Richtung der Blauen Lagune. Der Weg dorthin ist wahnsinnig schön. Das Moos macht (wieder einmal) die Steinwüsten richtig farbenfroh. Durch den vorherigen Regen strahlte das Moos in verschiedensten Grüntönen. Das Wetter verbesserte sich auch schon langsam, denn der Himmel riss auf und es gab auch keinen Niederschlag mehr.

Ich fuhr zur Blauen Lagune. Nicht um dort zu baden, sondern um dort Bilder zu machen. Eigentlich wollte ich dort fotografieren, da ich für die Neuauflage des Buches noch Bilder für das Kapitel „Reykjanes“ benötigte. Leider gelten in der Blauen Lagune sehr strenge Regeln was das Fotografieren anbelangt. Ich hätte vorab eine Genehmigung holen müssen.  Somit ging ich auf dem kurzen Aussichtsweg zwischen Lagune und Parkplatz etwas spazieren und fotografierte da einerseits wunderschöne moosüberzogene Steine (ihr seht, ich mag dieses Moos!) und auch das hellblaue Wasser, das auch in der Lagune zu finden ist.

Auf dem Weg von Grindavík und Hafnarfjörður kam ich zum Vulkansystem Krýsuvík. Hier steigt ebenfalls Wasserdampf aus verschiedensten kleinen und großen Sümpfen. Auch der davon fließende Fluss war noch heiß und dampfte.

An dem einen Tag fuhr ich dann nicht mehr weiter, da ich etwas müde war von dem langen Tag, mein Benzin dem Ende zuging und ich lieber relaxen wollte.

Ich hatte aber in Reykjanes noch nicht alles gesehen, was ich sehen wollte, und so fuhr ich am nächsten Tag nochmals fast bis zu dem Hochtemperaturgebiet Krýsuvík bis zu einem schönen Aussichtspunkt des riesengroßen Sees Kleifarvatn zurück. Hier machte ich bei strahlendem Sonnenschein ein paar Bilder und fuhr dann gemütlich wieder zurück nach Reykjavík.

Kurz vor Hafnarfjörður hielt ich auf der Menschenleeren Straße nochmals an, um dieses extrem schöne Panorama einzufangen:

Und das war’s auch auch schon wieder mit der Reise durch Reykjanes.

Ich kann hiermit eine kleine „Empfehlung“ aussprechen für diesen meist unterschätzten Teil Islands. Man findet hier auf verhältnismäßig kleinem Raum sehr viele schöne Sachen. Das Landschaftsbild wechselt in seiner Steinwüste doch immer wieder sehr und ich finde Reykjanes toll, wenn man vor dem Flug noch ein paar Stunden, oder sogar einen Tag Zeit hat.

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