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Achja, im Normalfall hat man als Fotograf ja gar keine Bilder von sich selbst und seinen Tieren. Aber ich hab mir Anfang des Monats gedacht, dass ich zwei so tolle Pferde habe, und unbedingt mal ein paar Fotos haben möchte. Carina hat mir an einem Abend meinen tollen Eldfari fotografiert – mit Halsring – im Pass, und dann am Tag danach hat Carina nochmals Reitbilder von mir und Taktur gemacht – und dann standen auch noch welche von ihr und ihrer Stute Mila an. Hier seht ihr die Bilder von Taktur und Mila.

 

Aber jetzt zu Eldfari.
Den Kleinen hab ich mittlerweile schon seit 5,5 Jahren. Als ich ihn gekauft habe war er 2,5 Jahre. Zu dieser Zeit war es absolut untypisch sich ein Jungpferd zu kaufen. Aber es hatte eine Geschichte zuvor gegeben, warum ich unbedingt ihn haben wollte, und keinen anderen:

Eldfari’s Mama – Eva vom Lipperthof – gehörte kurz unseren Hofbesitzer Gerhard Ledl. Dieser verkaufte die Stute trächtig weiter und es wurde ausgemacht, dass das Fohlen noch Gerhard gehört – und die Stute zum abfohlen zum Hof kommt. Und wer durfte dann im Jahre 2008 auf die hochträchtige Eva aufpassen? Na klar, ich! 😀

Jeden Morgen fuhr ich vor der Schule in den Stall um zu sehen, ob Eva noch alleine drinnen steht – oder schon zu zweit. Als es dann so weit war, hat mich ein kleines, niedliches und schüchternes Wesen angeschaut.
Damals – mit 15,5 Jahren hab ich schon immer gesagt: den möchte ich mal haben. Und da ich weder das Geld hatte mir mit 15 Jahren ein Pferd zu kaufen, geschweige denn den Unterhalt eines Pferdes zu bezahlen, und mir meine Mutter ein Pferd damals niemals erlaubt hätte, musste ich eben noch warten: auf meinen 18. Geburtstag.

Drei Tage nach meinem 18. Geburtstag unterschrieb ich dann den Kaufvertrag für dieses magere, überbaute, nicht besonders großgewachsene Jungpferd. Nach anfänglichen Vertauschungen (der abgeholte Eldfari erwies sich als der Falsche, aber das ist eine andere Geschichte – jetzt hab ich auf jeden Fall den richtigen in meinem Besitz), einer ziemlich doofen Verletzung, die ihm fast das Leben gekostet hätte, und vielen anderen schönen wie auch anstrengenden Momenten habe ich schlussendlich ein geniales Pferd in meinem Besitz.

Eldfari ist generell ein Esel. Man kann sagen was man will, aber er ist die Sturheit höchstpersönlich. Wenn er keinen Bock auf Arbeit hat, dann schaltet er auf Schneckenmodus und man kann den Ritt vergessen. Macht man aber das, was er will – also alles was Spaß macht – dazu zählt ausreiten, ohne Sattel reiten, Zirkus Lektionen, Boden- und Freiarbeit – dann ist er das kooperativste und beste Pferd überhaupt. Mit ihm kann man nahezu alles machen und er hat richtig genialen Tölt (wenn er denn richtig genialen Tölt gehen will) 😛

Das Eld 5-Gang veranlagt ist (also neben Schritt, Trab, Galopp und Tölt auch den Rennpass hat) ist sowas von klar. Er tendiert seit dem Einreiten zum Pass. Welchen wir aber nie geritten sind, da man dafür ein gewisses Temperament benötigt (was Eld nie wirklich aufgewiesen hat, er ist halt doch der eher gemütliche Typ) und auch top fitte Gelenke und Sehnen. Und die Sehnen waren in den letzten beiden Sommern nicht besonders gut – also kamen wir auch nie auf die Idee den Pass zu reiten. Bis ich vor einigen Wochen mit einer Stall-Kollegin ausreiten war. Ich galoppiere so mit Eldfari einen Feldweg entlang, Kathi hinter mir her, dann kann Eldfari den Galopp wie so oft nicht halten (Galopp ist seine absolute Schwäche) und ich denke mir so: hey, die Sehnen sind super, ich probiere einfach mal ob ich ihn in den Pass legen kann. Und tadaaa: Eldfari liegt im Pass und schwebt in einem nicht schlechten Tempo dahin – und das für den ersten gewollt gerittenen Pass!

So ab und an hab ich dann den Pass beim ausreiten eingebaut – wenn es sich gut ergeben hat.

Vor wenigen Wochen war ich dann nur mit dem Halsring reiten und kam auf die glorreiche Idee, doch auf der Ovalbahn nur mit Halsring Pass zu reiten.. ja, und ob man es glaubt oder nicht, es hat funktioniert.

Und am nächsten Tag entstanden dann die Bilder.

Gestern bin ich seit den Bildern (die schon einige Wochen her sind) wieder mal auf der Oval Pass geritten – mit Zaumzeug, Sattel und Trainerin. Und WOW!! dieses Pferd ist genial! Der Pass wurde ihm definitiv in die Wiege gelegt. Man tut nicht viel, er passt – und hält den Pass wirklich lange in einer nicht schlechten Qualität und einem guten Tempo. Hach, ist das schön wenn man endlich, nach so vielen Jahren das wirkliche Talent seines Pferdes gefunden hat. 😀
Jetzt heißt es hoffen, das die Sehnen mit zunehmender Hitze nicht wieder anschwellen und dass Eldfari weiterhin so viel Spaß am Pass reiten hat wie jetzt.